Pressemitteilung zur Volksinitiative für die Erhaltung der Realschule
Anhörung des VDR im Petitionsausschuss des Landtages
Am 28. 10. 2008 werden die Vertrauenspersonen des VDR im Petitionsausschuss des
Landtages zur Volksinitiative gehört.
Wir möchten deshalb an dieser Stelle erneut auf die Notwendigkeit der Erhaltung
der Realschule hinweisen.
Die Realschule ist eine leistungsfähige und gesellschaftlich weitgehend
akzeptierte Schulform. In der bildungswissenschaftlichen Diskussion gibt es
keine ernstzunehmende Position, die die Realschule an sich selbst in Frage
stellt. In Frage gestellt wird sie nur auf Grund ihrer Stellung im Gefüge der
Gesamtarchitektur des deutschen Schulwesens.
Es ist bildungspolitischer Aberglaube unserer Zeit, dass jede Veränderung des
Schulsystems auch schon eine Verbesserung mit sich bringt.
Die Leistungsfähigkeit der Realschule wird auch von den „Reformern“ nicht in
Frage gestellt. Sie beziehen ihre Argumente nicht aus den Schwächen der
Realschule – die es sicher gibt – als vielmehr aus den tatsächlichen oder
vermeintlichen Schwächen des deutschen Schulsystems. Es gehört zu den Eigenarten
dieser Reformlogik, dass sie das Schulsystem stärken will, indem sie seine
stärkste Säule – die Realschule – herausoperiert.
An Realschulen wird auf hohem Niveau erfolgreich gearbeitet. Die Wirtschaft kann
seit Jahren auf gut ausgebildete Nachwuchskräfte zurückgreifen.
Realschulen pflegen einen engen Kontakt mit ortsansässigen
Wirtschaftsunternehmen und haben seit Jahrzehnten ein berufsorientiertes Profil.
Realschulen waren und sind für Schüler aus allen sozialen Schichten das
Sprungbrett für erfolgreiche Berufslaufbahnen und weiterführende
Bildungskarrieren wie Abitur und Studium.
Die Volksinitiative hat das Ziel, die Realschule als weiterführende allgemein
bildende Schule in das Schulgesetz wieder aufzunehmen und die Umwandlung von
Realschulen zu Regionalschulen zu streichen.
Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins wollen die
Realschule als eigenständige Schulform erhalten, woraus ersichtlich ist, dass
Realschulen sicher keine Probleme im Hinblick auf ausreichende Schülerzahlen
bzw. Anmeldungen haben werden.
Wir hoffen deshalb, dass der Landtag die vielen Argumenten zur Wiedereinführung
der Realschule bei seinen weiteren Beratungen berücksichtigt. und eine
entsprechende Änderung des Schulgesetzes beschließt.
Dies würde auch dem Gebot demokratischer Vielfalt in der Schullandschaft
entsprechen und bildungspolitische Grabenkämpfe in unserem Lande beenden.
Nicht zu unterschätzen wäre auch der finanzielle Spareffekt sowohl für das Land
als auch für die Kommunen. Sicherlich nicht ganz unwichtig in Zeiten von
Finanzkrise und sich abzeichnender Rezession.