| Pressemitteilung |
Verband der Realschullehrer startet Volksinitiative zur Erhaltung der Realschule
Die Volksinitiative zur Erhaltung der Realschule hat begonnen. Seit heute
sammelt der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) in ganz Schleswig-Holstein
Unterschriften, um die Realschule als eigenständige Schulform zu bewahren.
Hintergrund der Volksinitiative ist das neue Schulgesetz, das der
Schleswig-Holsteinische Landtag im Februar beschlossen hat. Danach wird die
Realschule spätestens im Sommer 2010 abgeschafft. Die dann noch bestehenden
Realschulen werden aufgelöst und in so genannte Gemeinschaftsschulen oder
Regionalschulen umgewandelt, wobei es vielfach zu Zwangsfusionen von Realschulen
und Hauptschulen kommen wird.
Als Vorboten der schulischen Umwälzung haben sieben Gemeinschaftsschulen bereits
im Sommer 2007 ihren Betrieb aufgenommen, im kommenden Schuljahr folgen die
ersten Regional- und weitere Gemeinschaftsschulen. Der Preis dafür ist hoch: Mit
der Auflösung der Realschulen verschwindet eine Schulform in der Versenkung, die
mit Fug und Recht als äußerst erfolgreich bezeichnet werden kann. Der VDR
befürchtet zudem als Folge des flächendeckenden Zwangszusammenschlusses von
Haupt- und Real- zu Regional- und Gemeinschaftsschulen einen erheblichen
Niveauverlust an Schleswig-Holsteins Schulen.
Mit der Volksinitiative möchte der VDR das bildungspolitische Ruder herumreißen:
Die Realschule soll wieder als ordentliche Schulart in das Schulgesetz
zurückkehren, die Zwangsumwandlungen von Real- in Regionalschulen und die
Zwangszusammenschlüsse von Real- und Hauptschulen sollen gestoppt werden.
Stattdessen setzt der Realschullehrerverband dort, wo es erforderlich ist, auf
Kooperationen zwischen den bestehenden Schularten.
Von dem Erfolg seiner Volksinitiative ist der Verband überzeugt. Bei einer
Meinungsumfrage im Juni dieses Jahres sprachen sich mehr als 70 Prozent der
eintausend befragten Schleswig-Holsteiner gegen Zwangsfusionen von Haupt- und
Realschulen aus. Zudem zeigen die Anmeldezahlen für das laufende Schuljahr, dass
den Eltern und Schülern das Vertrauen in die neuen Schulformen fehlt: Die
Gemeinschaftsschulen erreichen kaum die Zugkraft der bisherigen Schulformen, und
die bestehenden Realschulen leiden unter der ihnen drohenden Umwandlung in
Regionalschulen. Einzig die Gymnasien verzeichnen einen regen Zulauf, wobei
abzusehen ist, dass nicht wenige Kinder Schwierigkeiten haben werden, den
Anforderungen eines Unterrichts zu folgen, der nach zwölf Schuljahren zum Abitur
führt.
In den kommenden Wochen und Monaten werden Vorstand und Mitglieder des
Landesverbands Schleswig-Holstein des VDR die politische Werbetrommel für die
Volksinitiative rühren. Sobald die erforderlichen 20.000 Unterschriften
zusammengekommen sind, muss sich der Landtag mit der Initiative befassen.
Juristisch beraten lässt sich der VDR durch die im Verwaltungsrecht profilierte
Kieler Rechtsanwaltskanzlei Weißleder & Ewer. Auf politischer Ebene hofft der
Verband, die im Frühjahr gebildete „Allianz für ein besseres Schulgesetz“
wiederzubeleben. Als Vertrauenspersonen und damit als Ansprechpartner der
Volksinitiative nach außen fungieren Frau
Grete Rhenius, Herr
Peter Hamer und Herr
Michael Strobel.
| Grete Rhenius | Claus Mangels |
| Landesvorsitzende | Pressereferent |